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Onlineshop erstellen lassen: Kosten, Ablauf und Systemwahl

Ein Onlineshop ist kein Designprojekt, sondern ein Vertriebskanal mit Lager, Zahlung, Versand und Buchhaltung dahinter. Dieser Leitfaden zeigt, was ein Shop tatsächlich kostet, welche Entscheidungen vor dem ersten Entwurf fallen müssen und woran Projekte typischerweise scheitern.

Lesezeit ca. 9 Min.Von MHV International

Wann sich ein eigener Onlineshop lohnt — und wann nicht

Ein eigener Shop lohnt sich, wenn Sie Marge, Kundendaten und Sortimentssteuerung selbst in der Hand halten wollen. Auf Marktplätzen verkaufen Sie schneller, zahlen dafür aber Provision und bleiben austauschbar. Der eigene Shop rechnet sich, sobald wiederkehrende Käufe entstehen oder Ihr Sortiment erklärungsbedürftig ist.

Nicht lohnend ist ein Shop, wenn Sie fünf Artikel mit geringer Marge verkaufen und keine Zeit für Pflege haben. Dann sind ein Marktplatzauftritt und eine gute Unternehmenswebsite der sinnvollere Weg.

  • Eigener Shop: eigene Marke, Wiederkauf, B2B-Preise, Kundendaten
  • Marktplatz: schnelle Reichweite, austauschbare Produkte, Preiskampf
  • Beides: der Regelfall — Shop als Markenzentrale, Marktplatz als Reichweite

Was kostet es, einen Onlineshop erstellen zu lassen?

Seriös lässt sich das erst nach einem kurzen Konzept beziffern. Der Preis hängt weniger am Design als an drei Dingen: Anzahl und Komplexität der Artikel, Anbindung an Warenwirtschaft und Buchhaltung, und ob B2B-Logik nötig ist. Grobe Größenordnungen aus der Praxis:

ProjekttypTypischer UmfangDauer
Starter-ShopStandard-Theme angepasst, bis etwa 100 Artikel, Zahlung und Versand eingerichtet3–5 Wochen
Marken-ShopEigenes Design, Kategoriestruktur, Produktdatenpflege, SEO-Grundlagen6–10 Wochen
Shop mit ERP-AnbindungArtikel, Preise, Bestände und Belege synchron mit Odoo oder Warenwirtschaft8–14 Wochen
B2B-ShopKundenpreise, Staffeln, Freigaben, Angebotsanfrage, Rahmenverträge10–16 Wochen

Wichtig ist nicht die Zahl im Angebot, sondern ob sie hält. Verlangen Sie einen Festpreis nach schriftlichem Konzept — und eine getrennte Aufstellung der laufenden Kosten.

Die Folgekosten, die im Angebot oft fehlen

Der Aufbau ist einmalig, der Betrieb nicht. Diese Posten sollten von Anfang an auf dem Tisch liegen:

  • Hosting oder Plattformgebühr — bei Shopify monatlich, bei PrestaShop als Serverkosten
  • Domain und SSL-Zertifikat
  • Kostenpflichtige Erweiterungen und deren jährliche Verlängerung
  • Zahlungsgebühren je Transaktion
  • Wartung, Updates und Sicherheits-Patches
  • Produktfotos, Texte und laufende Datenpflege
  • Werbebudget, falls Sie Google Ads oder Marktplatzwerbung nutzen

Rechnen Sie Betriebskosten für zwölf Monate hoch und addieren Sie sie zum Angebotspreis. Erst diese Summe ist der ehrliche Vergleichswert zwischen zwei Anbietern.

Ablauf: von der Idee bis zum ersten Verkauf

  • 1. Bewertung — Sortiment, Marge, Wettbewerb, vorhandene Systeme. Ergebnis: eine ehrliche Einschätzung, ob das Projekt trägt.
  • 2. Konzept — Systemwahl, Kategoriestruktur, Datenmodell, Schnittstellen, Zeit- und Kostenrahmen. Ergebnis: Festpreisangebot.
  • 3. Umsetzung — Design, Aufbau, Datenimport, Zahlung und Versand, Testbestellungen auf einer Testinstanz.
  • 4. Livegang — Umzug, Weiterleitungen alter Adressen, Indexierung, Übergabeprotokoll mit allen Zugängen.
  • 5. Betrieb — Auswertung, Optimierung, neue Kanäle. Die ersten zwölf Wochen entscheiden über die Conversion-Rate.

Planen Sie Ihre eigene Arbeitszeit mit ein: Produktdaten, Texte und Bilder liefern in der Regel Sie — das ist der häufigste Grund für Verzögerungen.

Fünf Fehler, die Geld kosten

  • Design vor Zahlen. Wer zuerst das Layout diskutiert, merkt zu spät, dass die Marge den Versand nicht trägt.
  • Zu viele Erweiterungen. Jedes Modul ist eine Update-Bremse. Weniger, dafür gepflegt.
  • Keine Warenwirtschaft. Ab etwa 30 Bestellungen am Tag wird händische Pflege teurer als jede Schnittstelle.
  • Alte Adressen vergessen. Ein Relaunch ohne Weiterleitungen kostet regelmäßig einen erheblichen Teil der Sichtbarkeit.
  • Kein Übergabeprotokoll. Ohne dokumentierten Stand wissen Sie nie, ob der Shop technisch sauber ist.

Woran Sie eine gute Agentur erkennen

  • Sie bekommt vor dem Angebot Ihre Zahlen zu sehen und fragt danach.
  • Sie sagt Ihnen, wenn ein Vorhaben sich nicht rechnet.
  • Der Preis steht schriftlich fest, bevor gearbeitet wird.
  • Code, Daten und Zugänge gehören Ihnen — kein Lock-in.
  • Es gibt ein Übergabeprotokoll statt eines „ist online".
  • Wartung ist optional und kündbar, kein Pflichtpaket.

Wir bauen Shops nicht aus der Theorie: MHV International betreibt eigene Shops, eigenes Lager und eigene Marken. Jede Empfehlung stammt aus einem Ablauf, den wir selbst verantworten.

Häufige Fragen

Was kostet es, einen Onlineshop erstellen zu lassen?+

Das hängt von Artikelanzahl, Schnittstellen und B2B-Logik ab. Ein Starter-Shop ist deutlich günstiger als ein Shop mit ERP-Anbindung. Sie erhalten nach einem kurzen Konzept einen Festpreis und eine getrennte Aufstellung der laufenden Kosten.

Wie lange dauert der Aufbau eines Onlineshops?+

Je nach Umfang drei bis sechzehn Wochen. Ein Standard-Shop ist in drei bis fünf Wochen online, ein Shop mit Warenwirtschaftsanbindung braucht acht bis vierzehn Wochen.

Welches Shopsystem ist das richtige?+

Shopify, wenn Marke, Tempo und schlanker Betrieb zählen. PrestaShop, wenn Sie volle Kontrolle über Daten, Preislogik und Hosting brauchen — besonders im B2B. Odoo als Rückgrat, wenn Lager, Einkauf und Buchhaltung mitlaufen sollen.

Kann ich den Shop später selbst pflegen?+

Ja. Wir übergeben mit Zugängen und Pflegeanleitung. Ob Sie Artikel, Texte und Bilder selbst pflegen oder das abgeben, entscheiden Sie.

Was passiert mit meinem alten Shop und den Rankings?+

Alle bestehenden Adressen werden auf die neuen weitergeleitet und die Struktur sauber übernommen. Ohne diesen Schritt verliert ein Relaunch typischerweise einen erheblichen Teil der Sichtbarkeit.

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