Beide Systeme können einen guten Shop tragen — aber nicht denselben. Die Wahl entscheidet über Betriebskosten, Datenhoheit und darüber, wie kompliziert Ihr B2B-Geschäft später wird. Hier stehen die Unterschiede, die im Alltag zählen.
Nehmen Sie Shopify, wenn Marke, Geschwindigkeit und ein schlanker Betrieb im Vordergrund stehen, das Sortiment überschaubar ist und Sie sich nicht mit Servern beschäftigen wollen.
Nehmen Sie PrestaShop, wenn Sie volle Kontrolle über Daten, Preislogik und Hosting brauchen, komplexe B2B-Konditionen abbilden müssen oder monatliche Plattformgebühren vermeiden wollen.
In vielen Fällen ist die eigentliche Entscheidung nicht Shopify gegen PrestaShop, sondern: Brauchen Sie ein ERP im Rücken? Sobald Lager, Einkauf und Buchhaltung mitlaufen, wird das Shopsystem zur Nebensache und die Schnittstelle zur Hauptsache.
| Kriterium | Shopify | PrestaShop |
|---|---|---|
| Betrieb | Gehostet, Updates automatisch | Eigener Server, Updates in Ihrer Verantwortung |
| Laufende Kosten | Monatliche Plattformgebühr plus Apps | Hosting plus Wartung, keine Plattformgebühr |
| Datenhoheit | Daten liegen bei der Plattform | Daten liegen auf Ihrem Server |
| B2B-Konditionen | Über Apps oder höhere Tarife möglich | Von Haus aus flexibel, tief anpassbar |
| Individuelle Logik | Über Apps und Functions, mit Grenzen | Frei entwickelbar über eigene Module |
| Time to Market | Sehr schnell | Etwas länger, dafür passgenauer |
| Internationalisierung | Stark, mehrere Storefronts | Möglich, mit mehr Aufwand |
| Ausstieg | Datenexport möglich, Theme bleibt zurück | Vollständig, alles gehört Ihnen |
Im B2B ist der Preis selten eine Zahl, sondern eine Regel: Kundengruppe, Staffel, Rahmenvertrag, Mindestabnahme, Zahlungsziel. Genau hier trennen sich die Systeme.
PrestaShop lässt sich hier tief anpassen, weil eigene Module direkt in die Preislogik eingreifen können. Bei Shopify braucht es dafür in der Regel den B2B-Funktionsumfang der höheren Tarife oder zusätzliche Apps — was den monatlichen Kostenvorteil relativiert.
Shopify wirkt günstig, weil der Einstieg günstig ist. PrestaShop wirkt günstig, weil keine Plattformgebühr anfällt. Beide Rechnungen stimmen erst, wenn man alles addiert:
Unsere Erfahrung aus dem eigenen Betrieb: Bei kleinen Sortimenten und einfachem Geschäft ist Shopify über drei Jahre meist günstiger. Sobald individuelle Logik und viele Artikel dazukommen, dreht sich das Bild.
Über drei Jahre gerechnet ist Shopify bei kleinen, einfachen Shops meist günstiger, PrestaShop bei großen Sortimenten und individueller Logik. Entscheidend sind nicht die Grundgebühren, sondern Apps, Module und Entwicklungsaufwand.
Ja, aber mit Einschränkungen. Kundenpreise, Staffeln und Freigaben brauchen entweder die B2B-Funktionen der höheren Tarife oder zusätzliche Apps. Bei komplexen Konditionen ist PrestaShop meist der flexiblere Weg.
Ja. Wichtig sind saubere Weiterleitungen aller Adressen, ein bereinigter Datenexport und Testbestellungen vor dem Umschalten. Bei PrestaShop gehören Ihnen Daten und Code ohnehin vollständig.
Sie können funktionieren, sind in unserer Praxis aber pflegeintensiver, sobald Warenwirtschaft und viele Artikel dazukommen. Wir empfehlen, was wir selbst betreiben und im Fehlerfall auch reparieren können.
Sobald Lager, Einkauf, Preislisten und Buchhaltung zusammenpassen müssen: ja. Odoo als Rückgrat mit angebundenem Shop ist der Aufbau, den wir selbst nutzen.
Wir sehen uns Sortiment, Konditionen und bestehende Systeme an und empfehlen das System, das zu Ihrem Geschäft passt — nicht das, an dem wir am meisten verdienen.
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